Wie wir leben
Am Rand des nordwestlichen Vogelsbergkreises, in einer abwechslungsreichen Hügellandschaft, die eine fantastische Fernsicht bietet, liegt das Dorf Arnshain mit der ehemaligen Alten Kelterei.
Im früheren Hauptgebäude wurde über lange Zeit eine Kelterei betrieben, die dann verkauft wurde und sich danach in ein Tagungs- und Seminarhaus wandelte. Seit einigen Jahren ist es nun, nach zwei aufreibenden Bauphasen und sehr gelungenem Umbau mit Erweiterung, ein Zuhause von 14 Menschen, die hier gemeinsam ihr Wohnprojekt leben. Ein großer Innenhof mit Teich und ein ansehnlicher Garten mit altem Baumbestand laden zum Verweilen und zu Aktionen, wie gemeinsame Gartenpflege oder auch einem gemütlichen Lagerfeuer ein.
Wir wollen eine Gemeinschaft sein, in der jede*r die Freiheit und Unterstützung hat, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Wir genießen nicht nur die Annehmlichkeiten des modernen Wohnens sondern auch das Gefühl der Zugehörigkeit und Solidarität. Unser Leitspruch „Gemeinsam leben und leben lassen“ verspricht jede*r/m Mitbewohner*in ein Miteinander, in dem Wohlwollen, Respekt und gegenseitige Hilfe wesentliche Grundpfeiler sind.
8
Wohnungen
14
Menschen
35
km von
Marburg
4996
m² Fläche
Kern unseres Selbstverständnisses
Wir sind ein Wohn- und Lebensprojekt, das gemeinschaftliches Wohnen in solidarischem, lebendigem Miteinander sowie die jeweilige Individualität gleichermaßen lebt.
Dabei leiten uns demokratische Grundsätze und ein bewusster Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen.
Unsere Erfahrungen und Fertigkeiten und die Bereitschaft zur Mitgestaltung bringen wir in die Gemeinschaft ein.
Gegenseitige Unterstützung im Alltag sind für uns selbstverständlich, wobei Geben und Nehmen auf Freiwilligkeit und Ausgewogenheit beruhen.
Wir treffen Entscheidungen transparent, übernehmen Verantwortung und beteiligen uns an Konfliktlösungen.
Alle beteiligen sich an organisatorischen, handwerklichen, gestalterischen Aufgaben, an der Gemeinschaftsbildung und am Engagement bei der Lösung anstehender Probleme für den langfristigen Erhalt des Projekts.
Die Alte Kelterei
1793
Bau der Alten Kelterei als Obstkelterei und landwirtschaftlicher Betrieb.
1835
war das Ensemble vollständig bis auf die Scheune im Vorderhof 1890 und den sog. Blunaschuppen (ca. 1910).
1954
wurde eine auffällige gläserne Rotunde am Haupthaus angebaut und das Treppenhaus mit einem großen Glasfenster versehen, Das Haupthaus – so das Hörensagen – wurde in den 1950iger und 1960iger Jahren zudem auch als beliebte Gastwirtschaft mit Musik und Tanz genutzt.
Anfang der 1980iger Jahre
haben sieben Frankfurter Sozialpädagogen das Anwesen gekauft, um ein „alternatives“ Tagungshaus zu betreiben.
1987
wurde die Liegenschaft an Liane Kohn verkauft, die hier sehr erfolgreich bis 2017 ein freies Tagungshaus mit diversen Veranstaltungen, zum Beispiel einem legendären jährlichen Kunsthandwerkermarkt betrieb.
2015
erste Überlegungen bei den Betreiber*innen, wie es mit der Alten Kelterei weitergehen soll.
2017
wurde angelehnt an das Konzept des Mietshäusersyndikats, eine ideell tätige GmbH gegründet. Außerdem zog zum Betreiberpaar ein weiteres Paar in den Altbestand und zu viert wurde eine WG gegründet.
2019
dann Verkauf an die Wohnprojekt Arnshain GmbH und im Sommer bereits Richtfest für die erste Bauphase, Schwedenhäuschen und umgebauter Blunaschuppen- und im November Einzug der ersten sechs neuen Bewohner
2020 und 2021
nahezu Stillstand durch Corona
2022
Abriss der am Altbestand angrenzenden Scheune; in den Folgejahren der Bau der drei in der Vorderscheune befindlichen Wohnungen und ab Mitte März 2024 Einzug der fünf neuen Bewohner*innen.
Das Mietshäusersyndikat
Unser Wohnprojekt steht auf den drei Säulen des Mietshäusersyndikats(MHS). Diese sind die Schaffung von Gemeinschaftseigentum, der Solidartransfer und die Selbstverwaltung.
Für die Verwaltung unseres Projekts wurden eine GmbH und ein Hausverein gegründet. Der Hausverein, dem alle aktuellen Bewohner*innen angehören, ist der Mehrheitsgesellschafter der GmbH. Dadurch sind die Bewohner*innen sowohl Eigentümer*innen als auch Mieter*innen.
Die Finanzierung eines MHS-Projektes basiert auf Privatkrediten in Form von Direktdarlehen, auf Bankdarlehen und Bausparverträge. Die Bewohner*innen zahlen Mieten, die die laufenden Kosten abdecken müssen. Sie können Direktdarlehen einbringen, müssen dies – wie es etwa bei Genossenschaften der Fall ist – aber nicht.
Wir freuen uns über Menschen, die dieses Modell mit einem Direktdarlehen unterstützen. Denn nur so gelingt es uns, dauerhaft bezahlbare Mieten zu gewährleisten und die Bausubstanz verantwortungsvoll zu erhalten und zu sanieren. Für weitere Informationen kontaktiert uns gerne. Wir melden uns zügig zurück.
Kurzum: Das Mietshäusersyndikat ermöglicht engagierten Menschen so zusammen zu wohnen, wie sie es sich vorstellen - ohne dabei von Vermieter*innen gegängelt, deren Profitinteressen ausgeliefert, von Kündigungen bzw. Zwangsräumungen bedroht oder den Schwankungen des Immobilienmarktes ausgesetzt zu sein.